Kann man eine Festplatte selbst reparieren?
Diese uns oft gestellte Frage der Reparatur der Festplatte lässt sich nicht mit einem einfachen Satz beantworten. Moderne Festplatten unterscheiden sich in Ihrer Architektur nur unwesentlich von den Anfangsmodellen. Dieses ist beim Reparieren gleich geblieben. Bis heute werden die Daten in magnetischer Form auf den Disks im Modulinneren der Festplatte gespeichert. Zum Schreiben der Daten ist immer noch die sogenannte Lese-Schreibeinheit verantwortlich und die Verarbeitung dieser Signale erledigt die innere und äußere Elektronik.
Um auf die Anfangsfrage zurückzukommen möchten wir anhand eines Beispieles näher Erläutern, was möglich ist und was nicht.
Elektronikschaden:
Bei früheren Modellen war es durchaus möglich die äußere Elektronik bei einem Defekt durch eine Modellgleiche zu ersetzen. In der heutigen Zeit werden Festplatten über die äußere Elektronik durch die sogenannte Firmware immer weiter optimiert um höchstmögliche Performance zu erreichen. Der Nachteil daran ist, dass diese Firmware immer individueller wird. Das heißt, in der Firmware sind Adaptive gespeichert, welche Kalibrierungsdaten enthalten, die für einen ordnungsgemäßen Betrieb der Festplatte zwingend notwendig sind. Ein einfaches Wechseln der Elektronik ist im Schadensfall nicht mehr möglich, ohne die essentiellen Herstellerinformationen zu berücksichtigen.
Mechanik schaden:
Eines der am häufigsten auftretenden Phänomene bei physischen Schäden ist der sogenannte „Headcrash“. Hierbei sind die hochsensiblen Datenträgeroberflächen der Disks und die Lese-Schreibeinheit selbst betroffen. Im normalen Betriebszustand fliegen die Lese-Schreibköpfe auf einem Luftpolster über die Datenträgeroberfläche und berühren diese nicht direkt. Kommt es dennoch zu einer direkten Berührung der beiden Komponenten, spricht man von einem „Headcrash“. Dieser äußert sich durch eine erhöhte Geräuschentwicklung der Festplatte, meistens ist ein lautes Klackern zu vernehmen.
Aufgrund der schnell rotierenden Disks, welche sich im Durchschnitt mit mehr als 5400 U/min. bewegen, wirkt sich eine solche direkte Berührung extrem schadhaft auf die beteiligten Komponenten aus. Wobei eine defekte Lese-Schreibeinheit noch das kleinere Übel ist. Diese lässt sich ersetzen. Hierbei sollte unbedingt berücksichtigt werden, dass ein Öffnen der Festplatte zwingend in einer geeigneten Umgebung stattfinden sollte. Das Modulinnere der Festplatte ist aufgrund seiner Sensibilität so empfindlich, dass selbst kleinste eindringende Staubpartikel einen totalen Datenverlust verursachen können. Ein reparieren der Festplatte ist hier nicht mehr möglich.
Als Regel sollte man beherzigen, dass eine Öffnung und Reparatur der Festplatte nur durch Experten mit entsprechendem Equipment durchgeführt werden sollte, denn ist erst einmal die Datenträgeroberfläche zu massiv beschädigt, ist ein Reparieren und eine erfolgreiche Datenrettung selbst für Experten nicht mehr durchführbar.
Voraussetzung zum Datenretten, zur Festplattenreparatur oder Festplatte Reparatur:
Der wohl wesentlichste Punkt für eine Festplattenreparatur ist das exakte Lokalisieren des Schadens. Nur wer in der Lage ist, die Schadenscharakteristik einer defekten Festplatte zu deuten, kann entsprechende Maßnahmen zur Festplattenreparatur und Datenrettung einleiten. Hierzu sind umfassende Kenntnisse über die Architektur und Funktionsweisen einer Festplatte notwendig. Darüber hinaus benötigt man die entsprechende Ausrüstung, welche sich nicht nur auf die physische Reparatur beschränkt, sondern auch auf die Bearbeitung von Herstellerinformationen (Firmware) ausdehnt.
Fazit (Festplatte reparieren):
Wir raten dringend von Selbstmaßnahmen ab. Wie bereits erläutert ist eine Festplatte ein hochkomplexes Speichermedium, welches auf Störeinflüsse hochempfindlich reagiert. Nach unserer Erfahrung wirken sich alle semiprofessionellen Rettungsversuche zerstörerisch auf die gespeicherten Daten aus.



