Software zur Datenrettung als Helfer in der Not

Unter Datenrettung Software oder Data Recovery Freeware und Programme versteht man Anwendungen mit deren Hilfe man verloren geglaubte Dateien wiederherstellen kann. Die Ursachen für einen Datenverlust können hierbei unterschiedlichste Hintergründe haben:

  • Gelöschte oder beschädigte Partitionsstrukturen
  • Formatierung eines Dateisystems
  • Virenbefall
  • Gelöschte Dateien
  • Geleerter Papierkorb

Der Markt bietet eine Vielfalt von Anwendungen an, die bei solchen Problemen helfen können. Aber „Vorsicht“, denn auch hierbei gilt es einige Regeln einzuhalten. Die falsche Handhabe einer solchen Software kann den Datenverlust maximieren.

Einer der wichtigsten Gesichtspunkte bei der Anwendung einer Software zur Datenrettung besteht darin, dass diese nur erfolgreich sein kann, wenn der Datenträger nicht physikalisch beschädigt ist und einwandfrei funktioniert. Bei einem Datenverlust basierend auf einen physikalischen Fehler bedarf es einer völlig anderen Vorgehensweise als es bei logischem Datenverlust erforderlich ist. Die Schwierigkeit hierbei liegt in der Identifizierung eines physischen Defekts des Speichermediums. Wie kann der Benutzer überhaupt erkennen ob ein physischer Defekt vorliegt? Lesen Sie hierzu die Details.

  • Sollten Ihnen diese Symptome bekannt vorkommen (Klickende / Klackernde oder kratzende Geräusche der Festplatte), 
    dann raten wir Ihnen unbedingt von der Verwendung einer Softwarelösung ab.
     Diese wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Problem verschlimmern.
  • Des Weiteren sollten Sie unbedingt berücksichtigen, dass Sie niemals die Anwendung auf dem betroffenen Datenträger selbst installieren oder auf dem diesem die Ergebnisse einer Datenrettung speichern. Hierbei würden weitere Speicherbereiche Verwendung finden auf denen möglicherweise Ihre wichtigen Daten liegen.
  • Als Fazit, sollten Sie unbedingt beachten, dass die Anwendung die Sie verwenden wollen immer auf ein alternatives Betriebssystem installiert wird. Dasselbe gilt für das Speichern wiederhergestellter Dateien.Niemals auf demselben Datenträger die Ergebnisse speichern.

Wenn Sie diese drei Grundregeln beachten, sollte bei der Benutzung einer Recovery Software nichts schiefgehen.

Weitere Kriterien die es bei der Auswahl einer geeigneten Recovery Software zu beachten gilt:

Welcher Dateisystemtyp ist bzw. war installiert? Denn nicht jede Software kann jeden Dateisystemtyp bearbeiten.

1. Die Firma Runtime bietet eine solide Auswahl von Lösungen für die Benutzung unter Microsoft basierten Datei- und Betriebssystemen an:

  • Get Data Back for FAT konzentriert sich auf die Wiederherstellung von Daten aus FAT Dateisystemen wie sie z.B. auf USB Sticks, Flash Karten oder älteren Betriebssystemen wie beispielsweise Windows 98 genutzt werden.
  • Get Data Back for NTFS ist für jeden zu empfehlen der Daten aus einem NTFS Dateisystem wiederherstellen möchte. Das Dateisystem NTFS wird in der Regel ab Windows NT installiert. Nahezu jedes neuere Microsoft Betriebssystem verwendet diesen Dateisystemtyp.
  • Raid Reconstructor bietet dem erfahreneren Benutzer die Möglichkeit ein inoperables Raid System zu rekonstruieren. Hierbei sind allerdings einige Einstellung notwendig bei denen ein fundiertes Grundwissen über die Arbeitsweise eines Festplattenverbundes vorhanden sein sollte.

2. Weitere gute Lösungen offeriert die Firma Stellar Phoenix. Die Vorteile dieses Anbieter liegen in der Vielfältigkeit der unterstützen Dateisystemtypen. Stellar Phoenix ist ebenfalls in der Lage Linux, Novell, Macintosh oder Unix basierte Dateisysteme erfolgreich zu rekonstruieren. Und das ist nicht das ganze Repertoire. Auch die Reparatur einzelner Dateien wird vom diesem Hersteller angeboten.

  • Stellar Phoenix Linux kann die Daten von Dateisystem des Typs EXT2, EXT3 und Reiser FS Händeln. Die Distributionen auf denen sie erzeugt wurden sind hierbei nicht relevant.
  • Stellar Phoenix Unix der Exot ist spezialisiert für die nicht so häufig angewandten Dateisysteme die in der Regel unter den Distributionen SCO, UnixWare, SCO Open Server Sun Solaris und BSD erzeugt werden.
  • Stellar Phoenix Macintosh unterstützt die Rekonstruktion von Daten auf Apple basierte Dateisysteme. HFS und HFS+ wird in der Regel als Dateisystem verwendet. Die Nachteile dieser Applikationen bestehen darin, dass diese auf Microsoft basierte Betriebssysteme installiert und verwendet werden. Hierbei kann es zu Problemen bei der Übersetzung von Sonderzeichen oder Umlauten kommen.

Auf welchem Betriebssystem will man die Anwendung benutzen? Ein Apple basierendes Betriebssystem kann mit einer ausführbaren EXE Datei nichts anfangen. Um ebenfalls das Problem mit Sonderzeichen oder Umlaute zu lösen, empfiehlt es sich eine Recover Software zu verwenden die auf die Architektur des Betriebssystem passt.

3. Für die Verwendung unter Apple ist die Recovery Software Data Rescue II der Firma Prosoftengeneering sehr zu empfehlen. Aus unserer Sicht, bietet diese Lösung entscheidende Vorteile.
Unter anderem werden Sonderzeichen und Umlaute korrekt übersetzt. Darüber hinaus, wird der so genannte „Resource Fork“ Ordner bei der Rekonstruierung der Daten berücksichtig. Diese Tatsache hat den entscheidenden Vorteil, dass entsprechende Dateitypen weiterhin mit den dazugehörigen Applikationen assoziiert werden.

Wollen Sie die Anwendung nur einmalig benutzen oder besteht Bedarf nach einer Lösung die auf unterschiedlichste Dateisystemtypen anwendbar ist oder sogar in der Lage ist Raid Strukturen zu handhaben? Diese Art der Anwendung ist wahrscheinlich am ehesten für Gewerbetreibende zu empfehlen oder für Administratoren in einer heterogenen Arbeitsumgebung.

4. Als letzteres bietet die Software R-Studio als „Allrounder“ eine komfortable Lösung. Die Vorteile liegen auf der Hand… alle gängigen Dateisystemtypen werden unterstützt und last but not least ist eine Raid Rekonstruktion möglich.